Deutsch-französische Zusammenarbeit

CO2 – Abscheidung und -Speicherung (CCS) - 9. Deutsch-Französischer Ministerrat (Straubing, 9. Juni 2008)

Unsere beiden Länder fördern die Entwicklung von Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS), da die fossilen Brennstoffe noch mehrere Jahrzehnte lang trotz der ehrgeizigen Ziele hinsichtlich Energieeffizienz und der Entwicklung von CO2-armen Energiequellen eine unverzichtbare, für Europa sogar die wichtigste Energiequelle bleiben werden. Sie sind der Ansicht, dass darüber hinaus das Ziel verfolgt werden muss, die Schwellenländer darin zu unterstützen, sich so weit wie möglich mit Technologien auszustatten, mit deren Hilfe Wirtschaftswachstum und Bekämpfung des Klimawandels in Einklang gebracht werden können.

Sie sind der Auffassung, dass es zu den vordringlichen Aufgaben gehört, einen europäischen Rechtsrahmen zu schaffen, der den Start der ersten integrierten Demonstrationsaktivitäten in Europa ermöglicht und diesem einen Rahmen gibt. Deshalb haben sie sich dem Ziel verpflichtet, aktiv daran zu arbeiten, ein Einvernehmen über den europäischen Richtlinien-Vorschlag über die geologische Speicherung von CO2 während der französischen Präsidentschaft zu erzielen. Es ist wichtig, dass diese Richtlinie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Rolle der Mitgliedstaaten und der Rolle der Kommission schafft und das Subsidiaritätsprinzip beachtet sowie Unternehmen darin unterstützt, sich auf die Umsetzung von CCS vorzubereiten, insbesondere wenn diese beabsichtigen, neue, große Verbrennungsanlagen zu bauen. Die Anerkennung von CCS im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems ist ein weiteres wichtiges Ziel in den nächsten Monaten.

Unsere beiden Länder befürworten die Entwicklung von integrierten CCS-Demonstrationsprojekten und wollen so schnell wie möglich nationale Rechtsrahmen schaffen, die diesen Projekten Rechnung tragen. Es gibt bereits heute einen fruchtbaren Austausch zwischen Verwaltungen und Unternehmen beider Länder, was bestehende Pilotprojekte in beiden Ländern angeht (insbesondere Altmark in Deutschland und Lacq in Frankreich).

Frankreich und Deutschland unterstreichen dennoch, dass nach wie vor erhebliche Anstrengungen im Bereich F&E notwendig sind, insbesondere um die Kosten der Abspaltung weiter zu senken und langfristig die sichere Lagerung in verschiedenen geologischen Umgebungen besser gewährleisten zu können.

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