Das Zentrum Marc Bloch, eine binationale und interdisziplinäre Forschungseinrichtung

JPEG Das deutsch-französisch und interdisziplinär ausgerichtete Zentrum Marc Bloch (CMB) wurde 1992 nach dem Fall der Berliner Mauer gegründet. Als Forschungsinstitut und Einrichtung für die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern lässt sich das CMB in den Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften einordnen.

Durch den 2011 unterzeichneten Kooperationsvertrag ist das CMB zu einem engen Partner der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) geworden. Der strukturelle Wandel des CMB in einen Verein nach deutschem Recht, der am 31. März 2015 im Rahmen der Konsultationen des deutsch-französischen Ministerrates in Berlin beschlossen und unterzeichnet wurde, ist ein weiterer, integrativer Schritt des Zentrums in die deutsche Hochschullandschaft.

Die Ausbildung von Forschern durch die Forschung ist eine der Hauptaktivitäten des CMB. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Zentrum ein attraktiver Ort für Nachwuchsforscher aus Frankreich, Deutschland und anderen Ländern.

Gleichzeitig spielt das CMB eine wichtige Rolle als Mittler und ist eine Schaltstelle ersten Ranges bei der Vernetzung von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftlern im Rahmen der deutsch-französischen Kooperation und, darüber hinaus, international. In dieser Funktion treibt das CMB französische Forschung in Deutschland voran, wobei die deutsch-französische Dimension weniger ein Ziel für sich ist, sondern vielmehr ein Sockel, auf dem Projekte und Kooperationen gründen und sich entfalten können.

Forschung und Doktorandenausbildung am Zentrum Marc Bloch

Crédit photo : Centre Marc Bloch Das CMB treibt aktiv die Entwicklung großer, interdisziplinärer Forschungsprojekte, wie etwa ‚Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa‘ oder auch das deutsch-französische Projekt ‚Saisir l’Europe‘ voran. In ihrer Arbeit versammeln sie verschiedene deutsch-französische Forschungseinrichtungen um Herausforderungen, mit denen Europa heute konfrontiert wird (städtische Gewalt, nachhaltige Entwicklung, Transformationen des Sozialstaats).

Zudem hat das CMB kürzlich dabei mitgewirkt, das „Digital Humanities“-Team ins Leben zu rufen, eine interdisziplinäre Gruppe von Forschern, an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften, die sich fortan ebenso dem mediterranen Raum öffnet.

Das Zentrum Marc Bloch beschränkt sich nicht auf einen deutsch-französischen Vergleich, sondern nutzt seine Expertise im komparativen und transnationalen Bereich, um seinem Forschungshorizont einen europäischen und außereuropäischen Blickwinkel hinzuzufügen.

Die am CMB versammelten Forscher und Doktoranden nehmen an thematischen und interdisziplinären Arbeitsgruppen teil. In diesen werden viele der fundamentalen Themen der Sozialwissenschaften auf komparativer, deutsch-französischer und, im weiteren Sinne, europäischer Basis bearbeitet.

Nicht zuletzt baut das CMB sein Betreuungs- und Bildungsangebot für die Doktoranden stetig aus. So wurden Anstrengungen unternommen, um die Nachwuchsforscher finanziell zu unterstützen (Doktorandenverträge, Arbeitsabschluss-Stipendien, Hilfe an der Erstellung eines Postdoc-Projektes) und es ihnen zu ermöglichen, in Kooperation mit deutschen Partnern Forschungsateliers zu organisieren (Programm „Junges Forum“).

Aufenthalt am Zentrum Marc Bloch

Das Zentrum Marc Bloch ist in erster Linie ein Ort des Austauschs und der Erarbeitung gemeinsamer, wissenschaftlicher Projekte. Diese Auffassung fußt auf dem Engagement der Forscher und Doktoranden, der Mitglieder des Zentrums, aus Frankreich, Deutschland, europäischen und außereuropäischen Ländern. Aktuell arbeiten etwa 30 Forscher und 60 Doktoranden in den verschiedenen, multidisziplinären Gruppen des Zentrums.

- Denjenigen, die dem Team am CMB beitreten möchten, bieten sich dazu mehrere Wege an. Aus Frankreich kommende Forscher können über das Centre National de Recherche Scientifique (CNRS) für zwei bis maximal vier Jahre auf eine Stelle berufen werden.

- Darüber hinaus macht das CMB in unterschiedlichen Abständen Ausschreibungen zu Forschungsstellen (Postdoc-Niveau und mehr) im Rahmen seiner Arbeitsgruppen und seiner Forschungsprojekte.

- Zudem nimmt das CMB auch Forscher und Doktoranden auf, die über eine eigene Stelle oder Finanzierung verfügen. Sie können an den Gruppenaktivitäten und Forschungsprojekten teilnehmen, von der Infrastruktur des Zentrums profitieren und an der Entwicklung neuer Projekte mitwirken.

Kontakt

Centre Marc Bloch
An-Institut auprès de l’Université Humboldt de Berlin
UMIFRE 14 CNRS-MAEE / CNRS USR 3130
Friedrichstr. 191 10117 Berlin
Tel. + 49 (0)30 2093 70707/8
info@cmb.hu-berlin.de
www.cmb.hu-berlin.de

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