Deutsch-französische Zusammenarbeit im Forstsektor in Zentralafrika - 7. D-F Ministerrat (12. Oktober 2006)

Deutschland und Frankreich haben ihre gemeinsame Entwicklungszusammenarbeit im Forstbereich in Zentralafrika weiter intensiviert. So wurde am 9. Juni 2006 ein gemeinsames deutsch-französisches Büro in der Hauptstadt Kameruns, in Jaunde, eingerichtet, das die Kooperation untereinander und mit der zentralafrikanischen Partnerbehörde koordiniert. In diesem Büro arbeiten ein deutscher und ein französischer Experte gemeinsam an der Umsetzung des beschlossenen "Fahrplans" zur Kooperation im Forstsektor. Dieses gemeinsame Büro ist das erste seiner Art - wie auch ein gemeinsamer deutsch-französischer Fahrplan im Umweltbereich außer für Kamerun nur für Südafrika existiert.

Die intensivierte Zusammenarbeit verfolgt das Ziel, die entwicklungspolitischen Zielsetzungen Deutschlands und Frankreichs noch besser als bisher aufeinander abzustimmen. Damit sind Deutschland und Frankreich einen weiteren Schritt bei der Umsetzung der so genannten "Paris-Agenda" vorangekommen. Mit dieser Agenda haben sich alle Geber u.a. dazu verpflichtet, enger zu kooperieren und die internationale Arbeitsteilung voranzutreiben.

Mit der engen deutsch-französischen Zusammenarbeit im Forstsektor in Zentralafrika nehmen beide Länder ihre Verantwortung für globale öffentliche Güter wahr und unterstützen die nachhaltige Entwicklung in dieser Region. Mit ihrer gemeinsamen Entwicklungszusammenarbeit tragen Deutschland und Frankreich dazu bei, die Armut in der Region zu bekämpfen, die regionale Integration zu befördern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Der Wald im Kongobecken ist das weltweit zweitgrößte zusammenhängende Waldgebiet nach dem Amazonasraum und bietet den dort lebenden Menschen vielfältige Einkommensmöglichkeiten; gleichzeitig ist er für die globale Klimaentwicklung und die Erhaltung der Artenvielfalt von weltweiter Bedeutung.

Zu den Maßnahmen der verstärkten deutsch-französischen Kooperation im Einzelnen:

  • Ein regionales deutsch-französisches Büro (Zentralafrika): Das gemeinsame deutsch-französische Büro ist in den Gebäuden der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Jaunde untergebracht. Dort arbeiten ein deutscher und ein französischer Experte, die die Aufgabe haben, das Exekutivsekretariat der Ministerkonferenz für die zentralafrikanischen Wälder (COMIFAC) zu beraten. Über das deutsch-französische Büro wird ein großer Teil der Mittel des französischen Tropenwaldvorhabens (1,9 Millionen € von 5 Millionen € für den Zeitraum 2005-2008) sowie der deutschen Unterstützung der COMIFAC (5,0 Millionen € für den Zeitraum 2004 bis 2008) umgesetzt. Durch dieses gemeinsame Büro ist eine enge Abstimmung zwischen Deutschland und Frankreich gewährleistet.
  • Der deutsch-französische "Fahrplan": Das gemeinsame Oberziel lautet "Nachhaltiges Management der Forstressourcen in Kamerun und im Kongobecken". Im Mittelpunkt der Arbeit steht der regelmäßige Austausch von Informationen und die Suche nach gegenseitigen Ergänzungsmöglichkeiten, um die deutschen und französischen Mittel der Entwicklungszusammenarbeit besser einzusetzen. In diesem Fahrplan sind fünf Handlungsfelder benannt, bei denen das deutsch-französische Büro, die Französische Entwicklungsagentur (AFD) und die GTZ sowie die technischen Fachberater der Minister eine zentrale Rolle spielen :

- Unterstützung der regionalen Integration der Forst- und Umweltpolitiken;

- Unterstützung der Umsetzung des kamerunischen "Sektorprogramms Wald Umwelt" (PSFE), zu dem Frankreich einen Beitrag von 20 Millionen € leistet und das Deutschland auch unterstützt (die GTZ verwaltet insbesondere den dem PSFE angegliederten gemeinsamen Fonds der Geber);

- Entwicklung der deutsch-französischen Universitätspartnerschaften zur Unterstützung der kamerunischen Universitäten;

- Absicherung und Inwertsetzung der Schutzgebiete sowie der Nationalparks oder grenzüberschreitenden Parks;

- Unterstützung der Umsetzung der großen internationalen Umweltkonventionen auf regionaler Ebene (Biodiversität, Klima, Wüstenbildung).

  • Förderung der Internationalen Partnerschaft für die Wälder des Kongobeckens: Frankreich hatte seit Februar 2005 die Förderung der "Partnerschaft für die Wälder des Kongobeckens" inne; Ende 2007 übernahm Deutschland diese Aufgabe. Auch dies ist ein positives Beispiel dafür, wie gut die deutsche und die französische Entwicklungszusammenarbeit in diesem Bereich aufeinander abgestimmt sind.
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