Deutsch-französischer Journalistenpreis 2008 - Ansprache von Günter Gloser zur Preisverleihung (Berlin, 26. Juni 2008)

Ansprache von Günter Gloser, Staatsminister für Europa und Beauftragter für die Deutsch-Französischen Beziehungen im Auswärtigen Amt

Sehr geehrter Herr Raff,
Sehr geehrter Herr Deppendorf,
Sehr geehrter Herr Botschafter,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

die Verleihung des deutsch-französischen Journalistenpreises 2008 ist ein besonderes Ereignis. Wir begehen heute den 25. Jahrestag dieses Preises und ich möchte erstmal die Gelegenheit nutzen, um die Organisatoren und Partner dieser einzigartigen und beispielhaften Veranstaltung für ihr Engagement herzlich zu danken.

Ich stelle fest, daß seit dem Elysee Vertrag 1963 viele und zum Teil einmalige Instrumente im deutsch-französischen Bereich entwickelt worden sind : das Deutsch–Französische Jugend Werk; die Deutsch-Französische Hochschule; Städtepartnerschaften; Deutsch – französische Gesellschaften; Förderprogramme der Stiftungen.

Diese kurze Beispielliste bekräftigt, daß die deutsch - französischen Beziehungen durch die Zeit eine besondere Dichte und Vitalität behalten, weil sie von der ganzen Breite der Gesellschaft getragen werden. Aber die Art und Weise mit der wir uns mit diesem Projekt auseinandersetzen, soll ständig angepaßt werden.

In unserem Medienzeitalter, ist es besonders wichtig, daß die Akteure der Medienlandschaft eine prominente Rolle in den deutsch-französischen Beziehungen spielen. Diese Idee liegt der Schaffung dieses Preises zugrunde. Mehrere Wege sind möglich, um die ganze Bandbreite der Gesellschaft zu erreichen : die Berichterstattung, die Programme, die Filmförderung aber auch die neuen Technologien.

Auch die Politik hat darauf reagiert. Mit meinem Amtskollege Jean-Pierre Jouyet habe ich neulich an einem Live-Chat in Zusammenarbeit mit Arte teilgenommen. Im Vorfeld der französischen Ratspräsidentschaft war es uns wichtig eine Diskussion mit Bürgern über dieses vor allem von jungen Leuten genutzte Medium zu führen.

Die diesjährigen Preisträger zeichnen sich nicht nur durch die Qualität ihrer einzelnen Beiträge aus, sondern darüber hinaus als Gestalter der deutsch-französischen Beziehungen mit ausgeprägtem Gespür für beide Seiten.

Diese Preisverleihung leistet einen zusätzlichen Beitrag : sie ermöglicht eine Begegnung mit Persönlichkeiten, die als Mittler zwischen unseren beiden Ländern wirken.

Das gilt selbstverständlich für Sie, lieber Tomi Ungerer. Sie sind so bekannt, daß es schon ein „Musée Tomi Ungerer“ in Straßburg gibt. Sie haben es mittlerweile anerkannt als Sie sagten : „ Ich stehe unter Denkmalschutz“.

In Ihrer Dankrede zur Verleihung des Erich-Kästner Preises 2003 habe ich einen Satz gefunden, der vielleicht als Motto Ihres Engagements zugunsten der deutsch-französischen Verbundenheit gelten kann : „Auf dieser von Tränen durchflossenen Welt brauchen wir Brücken und Boote mit Botschaften, die auch noch hinkend rudern können und fischen.“

Es gibt keinen Zweifel daran, daß Sie seit der Nachkriegszeit als Brückenkopf – ein friedlicher Brückenkopf - zwischen unseren beiden Ländern eine wichtige Rolle gespielt haben.

Ich finde auch bemerkenswert, daß heute eine andere Brücke, nämlich mit der neuen Generation gebaut wird. Das wurde mir deutlich, als ich die Lebensläufen der Preisträger gelesen habe. Viele von Ihnen haben im Partnerland gelebt und studiert und haben daher ein ausgeprägtes Verständnis entwickelt, das sich heute in den Kategorien Internet- und Nachwuchspreis besonders wiederfindet.

Nach dem gescheitertem Referendum in Irland ist mehr denn je wichtig: Wir müssen nicht nur die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger erreichen, sondern auch ihre Herzen für Europa gewinnen.

Hierfür brauchen wir auch weiterhin die Begegnung und den Austausch der Menschen und vor allem der Jugendlichen. Wir brauchen auch Mittler wie Sie meine Damen und Herren, um das Verständnis für den anderen zu entwickeln. Wir brauchen letzlich die Medien, um diese Botschaft zu transportieren.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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