Deutsch-französische Zusammenarbeit

Energie- und Klimaforschung - 9. Deutsch-Französischer Ministerrat (Straubing, 9. Juni 2008)

Die deutsch-französische Forschungszusammenarbeit befasst sich mit allen wichtigen Formen von

Energie:

Dazu gehört zum einen die Fusion als sehr langfristig angelegtes Energieforschungsthema, bei der die deutsch-französische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene eine wichtige Rolle spielt, ins-besondere beim Bau des ITER in Cadarache und beim Bau eines Stellarators in Greifswald.
Von besonderer Bedeutung sind zahlreiche Kooperationen im Bereich der erneuerbaren Energien und der effizienten Energieumwandlung, hier insbesondere die Tiefengeothermie mit der europäi-schen Versuchsanlage in Soultz und die Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie mit einer Kooperation zwischen dem CEA und dem Forschungszentrum Jülich (FZJ). Die bilaterale Koope-ration in der Brennstoffzellentechnik unterstützt den Aufbau der europäischen Forschung auf die-sem Gebiet und die Realisierung einer europäischen Joint Technology Initiative (JTI) für Wasser-stoff und Brennstoffzellen.
Wünschenswert wären auch Kooperationen im Bereich Elektromobilität. Schwerpunkte könnten hier sein die Entwicklung neuer Energiespeichersysteme und ihre Anbindung ans Stromnetz.
Im Rahmen multilateraler Energieforschungszusammenarbeit (IEA und EU-Technologieplatt-formen) kooperieren beide Länder u.a. zu Themen wie „Zero Emission Fossile Fuel Power Plants“.
Ziel der gemeinsamen nuklearen Sicherheitsforschung ist es, Sicherheitseigenschaften laufender und künftiger Reaktoren detailliert zu simulieren und zu erforschen und entsprechende Programme für massiv-parallele Rechner (FZJ) zu entwickeln.

Klima:

Auf dem 3. Forum zur Deutsch-Französischen Forschungskooperation am 29. Februar 2008 in Paris haben beide Regierungen beschlossen, die Forschung zum Klimawandel vor allem in den besonders betroffenen Weltregionen zu einem Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit zu machen. Es ist vorgesehen:
- Workshops mit französischen, deutschen und afrikanischen Wissenschaftlern zu organisieren, um Forschungsstrategien für den Klimawandel zu definieren,
- ein gemeinsames virtuelles Institut zur Untersuchung des Klimawandels einzurichten (von der Modellierung bis zur Erforschung der Auswirkungen und zur Definition von Anpassungsmaß-nahmen), das eine Wissens- und Innovationsgemeinschaft des Europäischen Technologieinsti-tuts einschließen könnte.

Für den nächsten Klimabericht der Vereinten Nationen sollen gemeinsam Simulationen zur Ent-wicklung des Klimas über Zeiträume von 200 bis 300 Jahren durchgeführt werden. Um die dabei bislang vernachlässigten chemischen Änderungen in der Atmosphäre zu berücksichtigen, sollen dazu die insbesondere beim MPI für Meteorologie, beim FZJ und beim CEA künftig verfügbaren Höchstleistungsrechner eingesetzt werden.

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