Engere Kontakte zwischen unseren Bürgern

Persönliche und freundschaftliche Kontakte zwischen den Bürgern unserer beiden Länder sind das Fundament der deutsch-französischen Verständigung. Die zahlreichen Initiativen der Zivilgesellschaften unserer beiden Länder machen die deutsch-französische Freundschaft im Alltag konkret erlebbar. Solche Initiativen gilt es weiter anzuregen, zu pflegen und womöglich zu verrechtlichen. Wir würdigen die ebenso zentrale wie wertvolle Rolle, die die traditionellen Einrichtungen der deutsch-französischen Zusammenarbeit, insbesondere das Deutsch-Französische Jugendwerk, bei der Förderung immer enger werdender Bindungen zwischen unseren Bürgern spielen.

Zu diesem Zweck wollen wir:

- bis 2020 die rechtlichen und verwaltungstechnischen Hindernisse für den Austausch zwischen Menschen und Unternehmen unserer beider Länder beseitigen; die Unter­zeichnung des deutsch-französischen Abkommens über einen gemeinsamen Güter­stand in der Ehe ist in diesem Zusammenhang beispielhaft und sollte auch für andere Rechtsbereiche, die für unsere Bürger von großer Bedeutung sind, Vorbild sein;

- Städtepartnerschaften und die Zusammenarbeit der Kommunalverwaltungen fördern; in diesem Zusammenhang unterstützen wir das Vorhaben, die Metropolregion Oberrhein als Modell der europäischen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu schaffen;

- unsere bilaterale Zusammenarbeit in Hochwasserschutz und ‑bekämpfung entlang des Rheins intensivieren;

- die grenzüberschreitende deutsch-französische Zusammenarbeit im Gesundheitswesen vertiefen, um eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für alle Bewohner in den Grenzgebieten gleichermaßen zugänglich zu machen;

- den Austausch junger, auch benachteiligter, Menschen fördern;

- dass ein deutsch-französisches Jugendparlament als regelmäßige Einrichtung geschaffen wird;

- es sollte jungen Menschen in Deutschland und Frankreich auf freiwilliger Basis ermöglicht werden, an sozialen und Gemeinschaftsprojekten im Partnerland und international mitzuarbeiten;

- Vorreiter bei der Schaffung eines gemeinsamen kulturellen Raums in Europa werden, der die kulturelle Vielfalt und den kulturellen Reichtum unseres Kontinents wahrt und fördert. Um den deutsch-französischen gemeinsamen Kulturraum zu stärken, werden wir uns unter anderem darum bemühen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die der Freizügigkeit kreativer Menschen und Werke im Weg stehen, indem wir neue Förder- und Austauschprogramme für Künstler, Vertreter kultureller Einrichtungen und Mit­arbeiter der Kulturministerien schaffen; der gemeinsame deutsch-französische Kultur­raum kann in weiteren gemeinsamen Projekten seinen Ausdruck finden;

- bei der Digitalisierung historischer Artefakte im großen Rahmen eng zusammenarbeiten, wie sie in Frankreich durch GALLICA und den grand emprunt erfolgt und in Deutschland durch die „Deutsche Digitale Bibliothek“ vollzogen wird, die die Digitalisierungsbemühungen von mehr als 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland zusammenführt. Mit diesen digitalisierten Nationalbibliotheken tragen Deutschland und Frankreich aktiv dazu bei, die Europäische Digitale Bibliothek EUROPEANA weiter auszubauen und so der großen Mehrheit der Bürger den Zugang zur Kultur zu ermöglichen und gleichzeitig einen legalen Online-Markt aufzubauen;

- das 800‑jährige Jubiläum der Kathedrale von Reims 2011 und die Einweihung der von einem deutschen Künstler geschaffenen Bleiglasfenster zu einem symbolischen Akt der deutsch-französischen Zusammenarbeit machen;

- gemeinsame Initiativen auf dem Gebiet des Sportes entwickeln und zum Beispiel bei der Bekämpfung des Doping zusammenarbeiten sowie duale Karrieren für Spitzensportler erleichtern;

- uns bei der Bewerbung für Sportgroßveranstaltungen und ihrer Ausrichtung gegenseitig unterstützen, um die „europäische Stimme“ im internationalen Wett­bewerb zu stärken;

- den deutsch-französischen Fernsehkanal ARTE in seinem Streben nach neuen Partner­schaften in Europa und im Mittelmeerraum unterstützen;

- die Integration von Migranten in unsere Gesellschaften weiterhin als ein Kernstück unserer Zusammenarbeit begreifen; wir werden unsere Erfahrungen auf diesem Gebiet wei­terhin austauschen.

Druckversion