Gedenken am Hartmannsweilerkopf

Gedenken am Hartmannsweilerkopf

Mangeur d’hommes, Menschenfresser. So nennt man ihn, den Hartmannsweilerkopf. Eine Erhebung inmitten der lieblich-grünen Landschaft der Vogesen. Kaum vorstellbar: Im Ersten Weltkrieg starben zu seinen Füßen in einem Stellungskrieg bis zu 30.000 Soldaten aus Frankreich und Deutschland. 100 Jahre später, am 03. August 2014, bezeugen Mitglieder der deutsch-französischen Brigade, Minister, Jugendliche und Veteranen die Grundsteinlegung des ersten deutsch-französischen Museums zum Ersten Weltkrieg. Es soll 2017 eröffnet werden. Hier reichen sich heute ein Deutscher und ein Franzose an ebendieser Stelle die Hand.

Eine Geste, die an Kohl und Mitterand erinnert, an die französisch-deutsche Freundschaft. Das, was heute als Selbstverständlichkeit angesehen wird, ist Teil eines jahrelangen Vertrauensprozesses. Vom „Erbfeind“ zum „Couple“, zum „Moteur d’Europe“ in nur einem Jahrhundert: Es ist eine Beziehung, die ihresgleichen sucht und keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist. Bundespräsident Gauck erinnert in seiner Rede an „das gemeinsame Europa und die gemeinsamen europäischen Einrichtungen“, die „keine Launen der Geschichte“ sind. Vielmehr bedarf es Annäherung und Vertrauen. Gauck warnt vor antieuropäischen Parolen und auch Staatspräsident Hollande mahnt zur „Verteidigung des Friedens“. Die französisch-deutschen Beziehungen sind Sinnbild eines geeinten Europas. Hollande betont die Vorbildfunktion der beiden Nationen und die Perspektive auf „Arbeit, Erziehung und Wissen“. Er schlägt damit den Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Im Hier und Jetzt können wir dazu beitragen, dass der europäische Friedensgedanke und die deutsch-französische Freundschaft noch weiter gefestigt wird.

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