Grußwort des deutschen Botschafters Reinhard Schäfers

"Am 22. Januar 1963 haben Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle den Elysée-Vertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag war einerseits der Schlussstrich unter eine lange Geschichte von Gegnerschaft und Feindseligkeiten zwischen Frankreich und Deutschland. Zugleich war er Grundstein für eine Partnerschaft und Zusammenarbeit, die bis heute ganz außergewöhnlich ist und die sich vor 46 Jahren wohl nur wenige so hätten vorstellen können.

Ihre Vielseitigkeit und ihre Tiefe verleihen den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich ihre ganz besondere Qualität. Die deutsch-französischen Beziehungen zeichnen sich nämlich nicht nur durch die besonders engen und regelmäßigen Treffen zwischen den Regierungen und den Mitgliedern der Parlamente unserer beiden Länder aus. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich daneben ein sehr dichtes Netz an Beziehungen zwischen den Zivilgesellschaften in Frankreich und Deutschland entwickelt. Ich möchte hier an erster Stelle die unzähligen Städtepartnerschaften nennen. Darüber hinaus sind viele Schulen durch einen regelmäßigen Schüleraustausch miteinander verbunden. Die wissenschaftliche Gemeinde in unseren beiden Ländern kooperiert sehr intensiv.

Und nicht zuletzt haben uns in den letzten Monaten die Ereignisse an den Finanzmärkten und ihre Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung gezeigt, wie eng unsere beiden Volkswirtschaften miteinander verbunden sind. Seit vielen Jahren sind Deutschland und Frankreich Handelspartner Nummer 1 füreinander; gegenseitige Investitionen in erheblicher Höhe ergänzen die Verflechtung unserer Volkswirtschaften.

All diese Fakten zeigen, dass die Pflege und der Ausbau der deutsch-französischen Beziehungen – auch unter den Bedingungen der Globalisierung – kein sentimentales Anliegen ist, sondern dass es hierbei auch um die Wahrung und die Mehrung der gemeinsamen Interessen geht.

Der 22. Januar, den wir seit 2004 als ’Deutsch-Französischen Tag’ begehen, ist zu einem ’Schaufenster’ geworden für die Vielfältigkeit der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. In diesem Schaufenster gibt es zahlreiche Facetten alter und neuer Zusammenarbeit zu entdecken. Wir möchten Ihnen auf unseren Internet-Seiten einen kleinen Vorgeschmack geben auf das, was wir gemeinsam am 22. Januar begehen wollen und was weit über diesen Tag hinausreicht. Lassen Sie sich dazu einladen. Ich denke, es lohnt sich!"

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