Kulturbevollmächtigter Wowereit spricht sich für den Ausbau der Deutsch-Französischen Kulturstudiengänge aus (9.9.2010)

Bei einer Konferenz von Vertretern deutsch-französischer Studiengänge rief Klaus Wowereit dazu auf, die grenzüberschreitende Kooperation vor allem in den kulturwissenschaftlichen Fächern wie Kunst, Mode, Film, Design und Musik auszubauen. „Es ist paradox“, so der Regierende Bürgermeister, der auch Bevollmächtigter für die deutsch-französischen kulturellen Beziehungen ist, dass wir „weltweit die ‚kreative Klasse’ als Motor der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung feiern, aber bei den deutsch-französischen Studiengängen herrscht im Kulturbereich weitgehend ‚Fehlanzeige’.“ Unter dem Dach der Deutsch-französischen Hochschule (DFH) gibt es heute schon 156 deutsche und französische Partner- und Mitgliedshochschulen mit etwa 145 Studiengängen, davon allerdings nur eine Handvoll im kulturellen Bereich.

Auch der französische Botschafter Bernard de Montferrand beklagte zunächst die noch mangelnde Kooperation im Bereich der Kulturstudiengänge : „Wir sind noch zu wenig deutsch-französisch. Wir sind noch zu wenig europäisch.“ Der Botschafter verwies aber auch auf die zwischen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel verabredete „Deutsch-französische Agenda 2020“. In ihr wird das Ziel formuliert, die Zahl der unter dem Dach der DFH die Zahl der eingeschriebenen Studierenden in den nächsten zehn Jahren von derzeit rund 4.500 auf rund 9.000 Studierende zu erhöhen.

Die Konferenz soll einen Anstoß für die Intensivierung der grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Frankreich und für die Internationalisierung auch der kulturbezogenen Studiengänge geben. Bei den Teilnehmern stießen die Appelle zu verstärkter Zusammenarbeit auf offene Ohren. Gleich zu Beginn freute sich der Sprecher der Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten, Rektorinnen und Rektoren der deutschen Kunsthochschulen, Professor Ivica Maksimovic, auf einen „großen Tag, um neue Kooperationen zu beginnen“. Seine Rede gipfelte in dem Appell : “Lassen Sie uns etwas Revolutionäres schaffen !“

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