Preisträger des Deutsch-Französischen Journalistenpreises 2010 (12. Mai 2010)

Mit dem Deutsch-Französischen Journalistenpreis werden werden Beiträge ausgezeichnet, die zu einem besseren Verständnis zwischen Deutschland und Frankreich beitragen. 2010 wurden Preise im Gesamtwert von 28.000 Euro in den Bereichen Fernsehen, Hörfunk, Print und Internet vergeben.

Mit dem Deutsch-Französischen Journalistenpreis werden werden Beiträge ausgezeichnet, die zu einem besseren Verständnis zwischen Deutschland und Frankreich beitragen. 2010 wurden Preise im Gesamtwert von 28.000 Euro in den Bereichen Fernsehen, Hörfunk, Print und Internet vergeben.

Den Fernsehpreis (dotiert mit 6.000 Euro) erhielten die beiden Autoren Frédéric Compain und Bruno Lancesseur für ihren Film „EADS–Airbus, eine Staatsaffäre“. Der 90minütige Dokumentarfilm wurde von ARTE in Koproduktion mit France 3 ausgestrahlt. Der Film beleuchtet Hintergründe des jüngsten Skandals um Insiderhandel der Anteilseigner und Spitzenmanager. Die Jury würdigt die zweijährige, intensive Recherchearbeit, um diesen investigativen Beitrag über den europäischen Luftfahrtkonzern zu erstellen. Der Film überzeugte außerdem durch viele ungewöhnliche Bildideen und eine herausragende Komposition.

Den Hörfunkpreis (6.000 Euro) erhielten Jean-Luc Hees und Dr. Willi Steul – stellvertretend für alle Beteiligten – für den Thementag „Radio France fait le mur“ in Kooperation mit Deutschlandradio. Die 24-stündige Livesendung aus Berlin am 9. November 2009 erinnert in vielfältiger Weise, unter anderem durch Interviews, Reportagen, Zeitzeugenberichte und eine Konzertübertragung, an ein Ereignis, das die Weltgeschichte verändert hat. Gleichzeitig schlägt sie eine Brücke zur Gegenwart.
Die einzigartige Zusammenschaltung aller Programme von Radio France hat es ermöglicht, die Bedeutung dieses Jahrestages einem Millionenpublikum näher zu bringen. Über hundert Mitarbeiter von Radio France waren aus diesem Anlass vor Ort in Berlin, wo sie von deutschen Kollegen tatkräftig unterstützt wurden. Diese Art der Kooperation entspricht in beispielhafter Weise dem Ziel des DFJP, „deutsche und französische Medienschaffende zur Zusammenarbeit anzuregen“.

In der Kategorie Printmedien (6.000 Euro) ging der Preis an Johannes Kloth für seinen Artikel „Bon appétit“, erschienen in der „Saarbrücker Zeitung“. Der Autor schreibt über ein a priori abgegriffenes Thema, das zu den deutschen Stereotypen über den Durchschnittsfranzosen gehört – Froschschenkel. Dabei aber bedient er diese Klischees nicht, sondern liefert eine gründlich recherchierte Geschichte, in der sich sowohl wirtschaftliche als auch kulinarische und kulturelle Aspekte wieder finden. Dank seiner Interviews sowie origineller und treffender Szenen bringt er hartnäckige interkulturelle Vorurteile zu Fall.

Der Internetpreis (6.000 Euro), gestiftet vom Département de la Moselle, wurde an Anne Mailliet und Brice Boussouar für das Webangebot „Webdoc – La chute du mur de Berlin“ (auf den Seiten von www.france24.com) verliehen. Beeindruckt hatte die multimediale Darstellung des dominierenden zeitgeschichtlichen Themas des vergangenen Jahres, dem 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls in Deutschland. Das Internetdossier bietet dank eines intelligent konzeptionierten Angebotes, das sich einfach erschließen lässt, eine zielgruppengerechte Aufbereitung, die neben unterhaltsamen Elementen das journalistisch Informative nicht zu kurz kommen lässt. Die Jury zeigt sich des Weiteren überzeugt von der professionellen Qualität der Bilder, Videos und der Auswahl der Zeitzeugen.

Den Nachwuchspreis (4.000 Euro), gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, erhielten Julia Friedrichs und Eva Müller für ihren Fernsehbeitrag „Paris statt Hartz IV“ aus der Reihe „WDR Weltweit“. Die Autorinnen erzählen eine von Anfang bis Ende überraschende Geschichte über eine deutsche Familie, die von Hartz IV lebt, dann aber als „Gastarbeiter“ nach Frankreich auswandert. Es handelt sich um eine Langzeitbeobachtung über drei Jahre (!), bei der es in 28 Minuten vorbildlich gelingt aufzuzeigen, wie sich die Einstellung der Familie in der französischen Gesellschaft verändert, und wie die Integration nach großen anfänglichen Schwierigkeiten langsam gelingt. Der Film fasziniert, weil die Erzählhaltung den widersprüchlichen Lebensläufen der einzelnen Familienmitglieder folgt. Der Film bewegt, kommt den Protagonisten sehr nahe, ist jedoch zu keinem Zeitpunkt voyeuristisch.

Der Deutsch-Französische Medienpreis 2010 ging an Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl, der mit seinem konsequenten und unbeirrbaren Eintreten für die deutsch-französische Aussöhnung und Zusammenarbeit eine Phase der deutsch-französischen Beziehungen geprägt habe, die nicht nur bis heute greifbare Ergebnisse wie den europäischen Kultursender ARTE oder das Eurokorps hervorbrachte, sondern auch ihren Vorbildcharakter für die europäische Einigung begründete.

Die Preisverleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises fand am 22. Juni 2010 in Berlin statt.

Der Saarländische Rundfunk vergibt den Deutsch-Französischen Journalistenpreis seit 1983. Partner sind ARTE, das Département de la Moselle, das Deutsch-Französische Jugendwerk, Deutschlandradio, France Télévisions, Radio France, Radio France Internationale, Le Républicain Lorrain, die Robert Bosch Stiftung, die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und das ZDF.

Am 25.3.2011 wurde die Nominierung des Regisseurs Volker Schlöndorff für den deutsch-französischen Medienpreis 2011 bekanntgegeben.

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Deutsch-Französischer Journalistenpreis - www.dfjp.eu

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