Reform des Deutsch-Französischen Jugendwerkes

1. Sachstand

Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das seit über vier Jahrzehnten für die Annäherung von jungen Deutschen und Franzosen arbeitet, wird mit einer umfassenden Reform an neue Rahmenbedingungen angepasst und in seiner Organisationsform und Verwaltung modernisiert.

Eine von beiden Jugendministerien eingesetzte Expertengruppe sowie eine Gruppe von Abgeordneten des Bundestags und der Assemblée Nationale hatten die inhaltliche Arbeit und die Strukturen des DFJW evaluiert und Neuerungen vorgeschlagen. Basierend auf den Ergebnissen beider Expertisen hat eine deutsch-französische Regierungsarbeitsgruppe das bestehende Abkommen fortentwickelt. Weitere Änderungen des Abkommens, das Mitte 2005 in Kraft treten soll, beziehen sich auf das Personalstatut und die Finanzordnung des Jugendwerks.

Das Abkommen definiert Ziele und Handlungsfelder des Deutsch-Französischen Jugendwerkes neu. Interkulturelles Lernen, berufliche Qualifizierung, die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und die Förderung der Sprachmotivation, werden im Mittelpunkt der Austauschbegegnungen stehen. Das Jugendwerk wird außerdem in seiner Rolle als Kompetenzzentrum für beide Regierungen gestärkt; es wird als Mittler und Berater der verschiedenen staatlichen Ebenen und der Zivilgesellschaft in Deutschland und Frankreich dienen.

Außerdem wurden die Gremien des DFJW neu strukturiert. Mit dem Inkrafttreten des neuen Abkommens wird ein kleines Entscheidungsgremium (Verwaltungsrat) aus Vertretungen der Regierungen, der Parlamente, der Länder und Jugendlicher sowie ein größeres beratendes Gremium (Beirat) mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaften gebildet.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk wurde 1963 gegründet. Es wird zu gleichen Teilen aus deutschen und französischen Regierungsbeiträgen finanziert; im Jahr 2004 mit insgesamt rund 20,5 Millionen Euro. Jedes Jahr fördert das Deutsch-Französische Jugendwerk rund 7.000 deutsch-französische Begegnungen mit nahezu 200.000 Teilnehmenden. Generalsekretär des Jugendwerkes ist seit dem Jahr 2004 der Franzose Max Claudet, stellvertretende Generalsekretärin die Deutsche Dr. Eva Sabine Kuntz. An den Programmen haben seit der Gründung über sieben Millionen Jugendliche teilgenommen.

2. Perspektiven und konkrete Initiativen

Die Unterzeichung des Abkommens zur Reform des Jugendwerks findet im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrates am 26. April 2005 statt.

Das Personalstatut und die Finanzordnung, die derzeit überarbeitet werden, sollen möglichst gleichzeitig mit dem Inkrafttreten des Abkommens Mitte 2005 Anwendung finden.

3. Terminplan für die Umsetzung

  • 26. April 2005: Unterzeichnung des Abkommens
  • Nach Zustimmung der Länder und gegenseitiger Notifizierung: Inkrafttreten des Abkommens Mitte 2005
  • Zeitnah nach Inkrafttreten: Erste Sitzung des neuen Verwaltungsrats
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • französisches Ministerium für Jugend, Sport und Vereinswesen
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