Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich im Bereich Arbeit und Beschäftigung

Servicestellen für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung

Die Zusammenarbeit der deutschen und französischen Arbeitsverwaltungen ist mit den grenzüberschreitenden EURES-Aktivitäten lange gewachsen und sehr eng. Ein wichtiger Impuls für die Vertiefung der Beziehungen war die Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung und die Eröffnung eines „Service für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung Strasbourg-Ortenau“ in Kehl im Februar 2013 mit dem Ziel der Förderung der grenzüberschreitenden beruflichen Mobilität.
Seither folgten auf der Grundlage dieser Rahmenvereinbarung und gestützt auf die Erklärungen zur deutsch-französischen Zusammenarbeit von Saarbrücken und Metz weitere Maßnahmen sowie die Eröffnung weiterer gemeinsamer Servicestellen entlang der deutsch-französischen Grenze:
- zwischen den Städten Haguenau, Wissembourg, Rastatt, Karlsruhe und Landau
- zwischen Colmar, Mulhouse, Freiburg und Lörrach
- zwischen Sarreguemines und Saarbrücken
- zwischen Emmendingen, Lahr und Sélestat.

In diesen Servicestellen arbeiten deutsche und französische Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler Hand in Hand. Sie können sich so direkt miteinander austauschen und gemeinsam nach offenen Stellen bzw. geeigneten Bewerbern suchen. Sie sprechen gezielt potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten an, unterbreiten gezielte Weiterbildungsangebote - auch gerade, um sie fit für den Arbeitsmarkt des jeweiligen Nachbarlandes zu machen - und unterstützen sie bei der Vorbereitung und im Laufe des Bewerbungsprozesses. Arbeitgeber werden bei der Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern unterstützt und erhalten Informationen über die Inhalte der beruflichen Abschlüsse der Bewerberinnen und Bewerber.

Aktionsplan für berufliche Mobilität

Der Grundstein für eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit in der Beschäftigungspolitik wurde mit dem Aktionsplan für die deutsch-französische berufliche Mobilität gelegt, der am 19. Februar 2016 von der französischen Ministerin für Arbeit, Beschäftigung, berufliche Bildung und sozialen Dialog, Myriam El Khomri, und auf deutscher Seite von Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, gemeinsam in Berlin vorgestellt wurde.
Mit dem Aktionsplan wird die gezielte Arbeits- und Ausbildungsvermittlung ins Nachbarland von der Grenzregion auf ganz Frankreich und ganz Deutschland ausgeweitet. Zukünftig werden alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Deutschland oder Frankreich durch spezielle Vermittlungsteams unterstützt, wenn sie eine Arbeit oder Ausbildung im Nachbarland suchen. Arbeitgeber sollen noch besser mit französischen bzw. deutschen arbeitsuchenden Fachkräften in Kontakt kommen können. Mit dieser Maßnahme baut der Aktionsplan somit auf die jahrelange grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Erfahrungen aus den gemeinsamen Servicestellen für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung auf.
Ein weiterer Schwerpunkt des Aktionsplans ist ein Projekt zur Förderung der konzerninternen Mobilität von deutschen und französischen jungen Auszubildenden in das Nachbarland. Durch die deutsch-französische Ausrichtung dieses Projekts auf Unternehmen, die Niederlassungen in beiden Ländern haben, sollen die Hindernisse für die Mobilität überwunden werden.
Der Aktionsplan ist, ebenso wie die deutsch-französische Zusammenarbeit insgesamt, dabei nicht nur ein Ergebnis der Arbeit der beiden Regierungen: Viele weitere Akteure haben sich mit konkreten Maßnahmen eingebracht. Unter anderem mit der gezielten Begleitung insbesondere junger Französinnen und Franzosen auf dem Berliner Arbeitsmarkt durch die Veranstaltung einer Mini-Jobmesse.

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